Alles auf Anfang: Martin Wider

Was muss eine Agentur mitbringen, um in der heutigen Zeit am Markt zu bestehen? Muss sie Spezialist sein oder Generalist? Muss sie alles aus einer Hand anbieten? Oder einfach nur einen guten Job machen? Und wie soll sie positioniert sein, wo doch gerade Kreativ-, Media-, Digital-, Content Marketing- und Social Media-Agenturen miteinander verschmelzen? In der neuen Rubrik „Alles auf Anfang“  befragen „Die Agenturblogger“ ehemalige Agenturchefs, was sie anders machen würden, wenn sie heute erneut eine Agentur gründen würden.

Martin Wider, Partner bei der Strategieberatung dgroup

Martin Wider, Partner bei der Strategieberatung dgroup

Heute: Martin Wider, Partner bei der Strategieberatung dgroup. dgroup ist seit August diesen Jahres Teil von Accenture Consulting. Zuvor war Martin Wider CMO beim Marketing-Tech-Unternehmen Facelift, davor Geschäftsführer von Springer & Jacoby, CEO von Publicis Frankfurt und CEO von J. Walter Thompson. 1997 gründete er gemeinsam mit Andreas Detterbeck die Agentur Detterbeck Wider. 

 

 

 

Wenn ich wieder eine Agentur gründen würde, ... würde ich keine Agentur mehr gründen. In einer Zeit, in der bei allen Unternehmen die Digitale Transformation ganz oben auf der Agenda steht, ist mir die Fokussierung von Agenturen auf Kommunikation – ob man sie nun Werbung, Content, Social, Campaining, Media oder wie auch immer nennt – zu kurz gesprungen.

Die Digitalisierung hat das Kommunikations- und Einkaufsverhalten der Verbraucher radikal verändert. Heute haben sie die Möglichkeit, sich jederzeit und an jedem Ort umfassend über Marken zu informieren, sich mit anderen über Marken auszutauschen, Marken öffentlich zu bewerten, mit Marken in persönliche Interaktion zu treten und natürlich auch Marken sofort zu kaufen. Der Einfluss von Verbrauchern auf den Erfolg von Marken ist heute größer denn je. Eine der wesentlichen Zielsetzungen von Marken muss deshalb der Aufbau und Betrieb von eigenen digitalen Ökosystemen sein – mit eigener digitaler Infrastruktur, mit Echtzeitschnittstellen zu externen digitalen Plattformen sowie mit Anbindung zu digitalen Händlern – und das alles Consumer-zentriert, agil in der Organisation und international skalierbar.

Was klar wird: Hier sind Fähigkeiten gefordert, die weit über herkömmliche Agenturleistungen hinausgehen. Wer Marken in der Digitalen Transformation beraten und begleiten will, muss eine Kombination aus digitaler Strategieberatung, höchster Technologiekompetenz und Business-Kreativität bieten.

Wenn ich wieder eine Agentur gründen würde, ... würde ich deshalb eine Firma für Business und Service Design gründen – eine kreative Unternehmensberatung für Digitale Transformation. Wir würden Unternehmen zeigen, wie sie den Digitalen Wandel aktiv gestalten können – von der digitalen Vision, über die Digitalstrategie bis hin zum Businessplan. Wir würden ihnen neue Geschäftsfelder und neue digitale Produkte und digitale Services designen, bauen – und diese auf Wunsch sogar betreiben. Das alles würden wir gemeinsam mit dem Kunden machen – und mit anderen Dienstleistern wie Technologieunternehmen und Agenturen. Das würde ich nicht nur machen – das mache ich schon. Bei der dgroup!

Kommentare

Peter Rochel 07.02.2017 um 18:07 Uhr

Toller Artikel, besser hätte ich es nicht formulieren können. Das, wobei wir unseren Kunden helfen ist beim denken in Geschäftsmodellen und Crossmedialen Strukturen. Immer mal wieder beraten wir darin auch ausgerechnet Online- und Werbeagenturen, obwohl mein Fokus eher in der mittelständischen Industrie oder im Handwerk liegt...

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